Warum Kondition allein nicht reicht: Die Atmung als begrenzender Faktor für deine wahre Leistungsfähigkeit
Kennst du das? Du fühlst dich eigentlich fit, deine Motivation ist hoch und deine Beine sind bereit für das Training. Doch nach nur wenigen Minuten passiert es: Du hast das Gefühl, gegen eine unsichtbare Wand zu rennen. Du bekommst nicht mehr die Luft, die du brauchen würdest und dein Puls schießt nach oben, obwohl du das Tempo gar nicht so hoch ist.

Warum Kondition allein nicht reicht: Die Atmung als begrenzender Faktor für deine wahre Leistungsfähigkeit
Kennst du das? Du fühlst dich eigentlich fit, deine Motivation ist hoch und deine Beine sind bereit für das Training. Doch nach nur wenigen Minuten passiert es: Du hast das Gefühl, gegen eine unsichtbare Wand zu rennen. Du bekommst nicht mehr die Luft, die du brauchen würdest und dein Puls schießt nach oben, obwohl du das Tempo gar nicht so hoch ist.
Das Problem ist oft nicht deine Kondition. Es ist, dass du nicht genug Sauerstoff in dein System bekommst und die verbrauchte Luft nicht effektiv abatmest. Dein Herz reagiert mit höherer Frequenz aber die Ursache liegt in der Atmung .
Viele Läufer versuchen dieses Defizit über noch mehr Training auszugleichen und speziell VO2max-Intervalle zu machen. Doch solange die Bremse für die Atmung in der Körperhaltung und Lauftechnik liegt ist dies der falsche Hebel. In diesem Artikel erfährst du die Ursachen und wo du konkret ansetzen kannst.
Inhalt:
- Quick-Check: Arbeitest du gegen deine Atmung?
- Die Ursache: Gasaustausch statt Kondition
- Warum Atmentiefe entscheidend ist: Das Problem der „alten Luft“
- Zwerchfellaktivierung statt Hilfsatmung
- Wie Aufrichtung deine VO2max boostet
- Drei Übungen für mehr Atemraum und Koordination
- Der Rhythmus: Die Schritt-Atem-Kopplung
- Der richtige Hebel: So befreit die Aufrichtung deine Atmung
- FAQ: Deine Fragen zur Atmung
Quick-Check: Arbeitest du gegen deine Atmung?
Gehe diese Punkte kurz durch. Wie oft trifft das auf dein aktuelles Training zu?
- Wand-Effekt: Hast du das Gefühl, beim Laufen mit der Atmung an eine Mauer zu laufen?
- Schulter-Stress: Wandern deine Schultern bei Anstrengung automatisch Richtung Ohren?
- Puls-Explosion: Schießt dein Puls hoch, obwohl die Beine sich noch gut anfühlen?
- Seitenstechen: Hast du regelmäßig mit Seitenstechen?
Die Ursache: Warum dein Puls bei Atemnot explodiert
Wenn du das Gefühl hast, gegen eine Wand zu rennen, liegt das oft an einer ineffizienten Atmung. Dein Herz versucht den Sauerstoffmangel durch eine höhere Herzfrequenz auszugleichen. Das Ergebnis ist ein rasant steigender Puls bei eigentlich moderatem Tempo. Wir müssen die mechanischen Blockaden lösen, damit der Luftaustausch wieder optimal funktioniert.
Warum Atmentiefe entscheidend ist: Das Problem der „alten Luft“
Ein Erwachsener hat etwa 1 bis 1,5 Liter sogenanntes Residualvolumen. Das ist Luft, die auch nach dem Ausatmen in den Lungen bleibt. Wenn du unter Belastung zu flach atmest, bewegst du fast nur diese „alte“, verbrauchte Luft hin und her. Wenn du nur 1,5 Liter flach einatmest, ist die Hälfte davon bereits CO2-reich. Nur durch eine tiefe Atmung und kraftvolles Ausatmen schaffst du Platz für den frischen Sauerstoff, den deine Muskeln für die Leistung brauchen.
360°-Vollatmung statt Kompensation
Damit dein Zwerchfell als Hauptatemmuskel und deine Rippen sich frei bewegen können , muss die Körperhaltung so ausgerichtet sein, dass sich diese natürlich frei bewegen können. Die Atmung erfolgt dabei in den gesamten Rumpfbereich (360-Grad-Atmung), um das Lungenvolumen voll auszuschöpfen. Dies gelingt nur durch eine reaktive Körperspannung: Du brauchst Stabilität für deine Lauftechnik, musst aber gleichzeitig flexibel genug bleiben, um tief einzuatmen. Das ist reine Koordination und lässt sich schnell erlernen. In meiner ganzheitlichen Methode betrachten wir deshalb nicht nur die Lunge, sondern das gesamte Zusammenspiel von Statik und Bewegung.
Wie Aufrichtung deine VO2max boostet
Eine korrekte Aufrichtung und Koordination sind dein Hebel für maximale Leistung. Sie bestimmen deine VO2max (die maximale Sauerstoffaufnahme). Wer nicht aufrecht läuft, blockiert seine Lunge künstlich. Erst eine aufrechte Haltung schafft den biomechanischen Platz für die 360-Grad-Vollatmung.
Deine direkten Vorteile im Training:
- Sofort mehr Sauerstoff: Dein maximales Atemvolumen wird voll ausgenutzt. Mehr Sauerstoff gelangt direkt in die Muskeln.
- Höhere Ausdauer: Du atmest CO2 effektiv ab und deine Muskeln übersäuern später – das verschiebt deine Leistungsgrenze nach oben.
Gib deinem Körper einfach den Raum, den er zum Atmen braucht, und du wirst automatisch schneller und ausdauernder.
Drei Übungen für mehr Atemvolumen
Übe diese Schritte zunächst in Ruhe zu Hause, bevor du sie in deinen Lauf integrierst:
- Übung 1: Bauchatmung erlernen (Zuhause):
- Lege dich flach auf den Rücken und platziere deine Hand auf deinem Bauch.
- Atme tief ein und beobachte, wie sich der Bauch hebt.
- Verlängere die Ausatmung bewusst auf das 2-fache Dauer der Einatmung.
- Mache das für 30 Atemzüge
- Übung 2: Der „Zwerchfell-Release“ (Beim Laufen):
- Atme beim Laufen 1 mal tief ein und aus und dann normal ein.
- Nach dem letzten Ausatmen hältst du die Luft an und läufst weiter, bis der deutlich spürbar wird. Es geht darum den Atemreiz solange hinauszuzögern bis du ihn spürst, damit du nicht zu früh Atmest.
- Danach weiteratmen und noch 2 Minuten weiterlaufen, ohne stehen zu bleiben.
- Übung 3: Stabilisierende Koordination:
- Mache Seitenstütz oder Planks und atme dabei bewusst tief ohne die Atmung einzuschränken.
- Das trainiert die Fähigkeit, notwendige Rumpfspannung zu halten, ohne die Atmung zu blockieren.
Der Atem Rhythmus
Eine fixe Kopplung der Atmung an deine Schritte passt nicht immer. Wenn du langsam läufst, brauchst du nicht so viel Sauerstoff wie bei deiner maximalen Geschwindigkeit. Deswegen brauchst du Flexibilität in deinem Atemmuster – und das kannst du einfach trainieren.
- Lockere Läufe (3:3 bis 5:5): Atme für drei bis fünf Schritte ein und ebenso lange aus. Dies hält den Puls stabil.
- Mittleres Tempo (2:2 bis 4:4): Ideal für Tempodauerläufe.
- Harte Intervalle (1:2 oder 2:1):Fokus auf kraftvollem Ein- und Ausatmen
Die Angaben oben sind nicht absolut. Versuche, für dich deinen eigenen Rhythmus zu finden. Du musst auch nicht gleich lang ein- und ausatmen oder deine Atmung an die Schrittekoppeln.
Der richtige Hebel: So befreit die Aufrichtung deine Atmung
Deine Lunge kann nur so viel Luft aufnehmen, wie dein Brustkorb Platz lässt. Wer mit runden Schultern läuft, engt seine Atemwege physisch ein. Die Aufrichtung ist der entscheidende Hebel: Ein offener Brustraum befreit dein Zwerchfell. Erst wenn die Haltung stimmt, kann der Sauerstoff effizient fließen. Eine gute Aufrichtung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von gezieltem Lauftechnik Coaching, bei dem wir deine Statik für maximale Effizienz optimieren.
Bist Du bereit für mehr?
FAQ: Deine Fragen zur Atmung
- Wie oft sollte ich das gezielte Atemtraining in mein Lauftraining einbauen?
Am Anfang regelmäßig bei fast jedem Lauf, um den Bewegungsablauf bewusst anzusteuern. Sobald sich das Muster etabliert hat und ins Unterbewusstsein übergegangen ist, läuft es automatisch mit. Spätestens nach zwei bis drei Wochen ist der Ablauf fest verankert. - Muss ich beim Atmen den Rumpf komplett locker lassen?
Nein, das wäre fatal für deine Laufbiomechanik. Du brauchst für einen sauberen Schritt die reaktive Rumpfspannung (Core-Stability). Die Kunst liegt in der Koordination: Die tiefe Rumpfmuskulatur hält die Stabilität, während das Zwerchfell dreidimensional nach oben und zu den Seiten hin den Atemraum öffnet. - Hilft diese Atemtechnik auch konkret gegen Seitenstechen?
Ja, massiv. Seitenstechen entsteht meistens durch eine Minderdurchblutung und Krampfbildung des Zwerchfells bei flacher, unregelmäßiger Atmung unter Belastung. Durch das gezielte Ansteuern der Zwerchfellatmung und die tiefe Ausatmung entlastest du den Muskel rhythmisch und beugst Seitenstechen effektiv vor. - Blockiert eine schlechte Laufhaltung die Lunge mechanisch?
Ja, massiv. Sobald du bei Ermüdung in der Hüfte einknickst und der Oberkörper nach vorne sackt, wird der Abstand zwischen Brustbein und Becken verkürzt. Das drückt die inneren Organe nach oben gegen das Zwerchfell. Die Folge: Das Zwerchfell kann sich nicht mehr voll entfalten, und du wirst automatisch in die ineffiziente, flache Brust-Hilfsatmung gezwungen.

Dietrich Sullmann
Staatlich geprüfter Triathlon-Trainer, Advanced Gentle Moving Coach & Dipl. Mentaltrainer
Nach einem schweren Unfall und der Diagnose, nie wieder schmerzfrei laufen zu können, gab er sich nicht zufrieden: Er lernte selbst wieder schmerzfrei zu laufen, woraus seine ganzheitliche Bewegungsmethode entstand.
Heute gibt der 10-fache Triathlon-Langdistanz-Finisher dieses Wissen in Graz an Läufer und Triathleten weiter, um sie mit maximaler Bewegungseffizienz und Leichtigkeit an ihre sportlichen Ziele zu bringen.
Referenzen:
- McKown, M. D., et al. (2021). The Dual Role of the Diaphragm in Respiratory and Postural Control During Dynamic Loading. Journal of Applied Biomechanics, 37(4), 289–297.

in 5 Monaten zum Marathon
Einerseits hat das Training bei Dietrich meine Lauftechnik deutlich verbessert, andererseits hat er mir gelernt, richtig Spaß am Laufen zu haben. So habe ich ohne Probleme meinen ersten Marathon gemeistert. Dafür bin ich sehr dankbar :)

Vom Joggen zum Ultratrail
Ich habe dank des gemeinsamen Trainings meine Zeiten und meine Lauftechnik bei lockeren Läufen drastisch von 7:00 auf 5:30min/km verbessern können. Ich fühle mich professionell betreut und Dietrich hat einen ganzheitlichen Blick auf mich als Athletin. Ich empfehle Dietrich als Trainer von ganzem Herzen für jede Läuferin, die schneller, effizienter und besser laufen möchte.
Schneller Laufen im Triathon
Ich habe Dietrich gefragt, ob es sich mit 45 überhaupt noch lohnt, den Laufstil umzustellen, und als Antwort "Ja, natürlich" erhalten. Es war der Beginn einer wunderbaren Reise, die alten Bewegungsmuster zu löschen, sich einander findende Faszien, sich ausrichtende Wirbel und das Aktivieren der Gesäßmuskulatur. Bei mir war es der Mut jeztzur Reise, der mich in einem Jahr nicht nur von der Ferse über den Ballen auf den Vorfuß gebracht hat. Ich laufe jetzt bei reduzierter Herzfrequenz deutlich schneller und effizienter als je zuvor, und mein Laufen fühlt sich jetzt rhythmisch, frei und natürlich an.

Laufen wieder genießen
Seit einem Bandscheibenvorfall vor vielen Jahren, der mir beim Laufen passiert ist, hat sich mein ganzer Körper verkrampft, sobald ich einen einzigen Laufschritt machte. Auch, wenn es dem Rücken eigentlich seitdem richtig gut geht. Hilfesuchend habe ich mich an Dietrich gewandt, der es mit seinem umfassenden Wissen und seinem Gespür tatsächlich geschafft hat, meinen Laufstil zu befreien. Ich bin sehr dankbar, dass ich Laufen endlich wieder genießen kann!

Von Null zum Halbmarathon
Dietrich ist ein großartiger Trainer! Ich war überrascht wie positiv sich die Inputs in den Trainings mit ihm auch bei mir als Hobbyläuferin auf mein Laufen ausgewirkt haben. Ich laufe lockerer, effizienter und mit noch mehr Freude. Sein unglaublich tiefes Wissen zu den menschlichen Bewegungsabläufen und zur Körperhaltung hat mich sehr beeindruckt. Ich merke eine deutliche Verbesserung nicht nur beim Laufen sondern auch im Alltag. Eine absolut lohnenswerte Investition in meine Leistungsfähigkeit und Gesundheit!
Ultrarunning mit effizienter Technik
Das Training mit Dietrich hat meine bereits vorhandenen, groben Kenntnisse der Lauftechnik auf ein anderes Level gehoben. Das Feintuning und die persönliche Betreuung hat mir zum einen eine schnellere Pace und zum anderen ein effizienteres Laufen beschert. Jede „Fehlstellung“ wird mir erklärt und mit gezielten Übungen ausgebessert, damit ein flüssiger, schneller und kraftsparender Laufstil entsteht. So kann ich meine durchschnittlich 2.500km/Jahr Verletzungs- und beschwerdefrei abspulen.